We will rock you – Das Musical

Am Samstagabend war es endlich soweit. Zwei Jahre hatten wir auf diesen Moment warten müssen, mehrere Male war die Show verschoben worden, das letzte Mal, weil es Corona Fälle innerhalb des Casts gab. Ursprünglich hatten wir für Oktober 2020 gebucht… Corona hat schon vieles verändert…

Aber fertig damit, nun hatte es ja doch noch geklappt. Und wow, wie aufgeregt wir waren.

Da dieser Blog ja erst seit Anfang 2021 existiert, hat das natürlich noch überhaupt niemand mitgekriegt: Wir leben fürs Musical 😍 Gerne wären wir selbst zum Musical gegangen, aber uns fehlte immer ein bisschen der Mut, alles auf eine Karte zu setzen. Musical-Darsteller ist kein leichtes Leben. Und deshalb respektiere ich diese Berufsgruppe auch sehr. Man gibt so viel von sich und weiss nach einem Engagement nicht, wie es weiter geht. Jeden Tag ein bis zwei Mal live uf der Bühne alles geben, ist ein Knochenjob.

We will rock you„, welches auf 24 Songs von Queen basiert, ist ein Musical, das auch vielen Nicht-Musicalfans gefällt, weil  die Songs so vertraut und mitreissend sind. Damals, 2006/2007, als Das Musical in Zürich spielte, waren wir nicht schauen, dafür gefühlt die gesamte restliche Schweizer Bevölkerung. Wir hatten es immer bereut. Und so war das gestrige Abend im Theater 11 in Zürich einfach überwältigend für uns.

Die Queen-Songs haben wohl für die meisten Menschen einen gewissen sentimentalen Wert. So auch für uns. „We will rock you“ hatten wir bereits selbst vor Publikum performed und „Who wants to live forever“ ist eine jener ganz grossen Hymnen, die die Seele berühren. Bereits bei den ersten Takten dieser Songs kriegen wir Gänsehaut, so sehr fühlen wir sie.

In zur Show passenden Outfits machten wir uns also auf den Weg. Für mich muss es bei Rock Rot-Schwarz sein und natürlich immer noch etwas elegant, weil das halt mein Stil ist. Aber ein paar Nieten-Elemente dürfen es schon sein. Désirée trug zum ersten Mal eine ihrer neuen Perücken. Sie liebt das Spiel mit verschiedenen Haarfarben und – längen, weshalb ich ihr vor Kurzem einen Buzz cut rasiert habe, den sie nun jeden Monat in einer anderen verrückten Farbe färbt. Und zusätzlich besitzt sie nun schon eine schöne Anzahl an verschiedenen Perücken. Zudem führte sie zum ersten Mal ihren neuen Rucksack von MAM aus, ein Weihnachtsgeschenk von mir. Ich LIEBE deren Designs 😍

Das Theater 11 gehört für uns zu den tollsten Theatern in der Schweiz. Wie oft wir hier schon Musicals und Tanzshows angesehen haben, kann ich gar nicht mehr zählen. Es gibt so viele schöne Erinnerungen… Das Theater 11 liegt direkt neben dem Hallenstadion und ist super vom Zürich HB oder Bahnhof Oerlikon zu erreichen. Wir schätzen auch immer sehr, dass meistens eine Foto Wand gibt. Im Zeitalter von Instagram gehört das einfach zu einem erfolgreichen Show-Besuch dazu. 😉 Danke, Theater 11.

Nun aber zu „We will rock you“. Ich denke, wir waren diesmal massiv weniger kritisch unterwegs, als es früher der Fall war. Da sieht man mal, was zwei Jahre Musical-Entzug ausmachen. 😅 Wir waren einfach nur so glücklich und dankbar.

Aber es war auch wirklich toll. Gut, dieses Musical kann man fast nicht versauen. Selbst, wenn ein Darsteller nicht besonders sein sollte, würde es die tolle Live-Musik aufwiegen. Live-Musik hat einen ganz besonderen Zauber. Am Grossartigsten und aufregendsten ist immer ein Orchestergraben, aber auch eine Band hinter den Kulissen ist toll, wie es hier der Fall war.

Sie Hauptfigur, Galileo Figaro, wurde am Samstagabend von Philipp Büttner verkörpert. Auf dieser Tour teilt er sich die Rolle mit Riccardo Grecco. Obwohl ich insgeheim gehofft hatte, Riccardo zu sehen (warum auch immer – ihm werden wir, wenn alles klappt aber bereit anfangs April als Jesus in „Jesus Christ Superstar“ in St. Gallen zujubeln dürfen), war ich eigentlich bereits vom ersten Augenblick an völlig zufrieden mit der Besetzung. Philipps sonore, rockige Stimme sowie sein jugendlich motiviertes Spiel passten perfekt zum etwas verpeilten Galileo mit ganz grosser Vision.

Inga Krischke verkörperte den weiblichen Gegenpart, Scaramouche. Da ich bisher nur Aufnahmen diverser Inszenierungen gehört hatte, erwartete ich eine höhere Stimmfärbumg, war aber positiv von ihrem schönen Alt überrascht. Ich finde tiefe Frauenstimmen sehr angenehm. Auch harmonierte ihre Stimme sehr gut mit der von Philipp.

Dass ich den beiden das Liebespaar abnahm kann ich aber nicht wirklich sagen. Streitszenen, Kampfszenen, alles gut und recht, aber Romantik oder Anziehung konnte ich keine wahrnehmen, nein, nicht wirklich. So war „Who wants to live forever“ auch nicht mein Highlight des Abends. Die Gefühle kamen einfach nicht wirklich rüber. Aber nicht jede „Bühnen-Verpaarung“ hat die absolute Chemie. Dafür begeisterten mich „Under Pressure“ und „Hammer to fall“ umso mehr 😍 Man kann ja auch als Kollegen den Rock retten, nicht?

Ebenfalls lobend zu erwähnen wären Linda Holmgreen als sagenhaft böse und charismatische Killer Queen. Sie rockte die Bühne wirklich und sucht ihresgleichen. Da sass jede Handbewegung, jeder Blick. Ebenfalls ganz grosses Musical-Feeling verbreitete John Davies als Khashoggi, welcher für Désirée, wie sie später realisierte, auch kein Unbekannter war. 1999 hatte er einen Kolabortion mit Mark Oh. Songs wie „Your love“ oder „Rebirth“ hörte sie damals rauf und runter.

Richtig toll waren auch die Tänzer und auch die kleineren Rollen waren äusserst passend und charmant besetzt. Hier möchte ich auf jeden Fall noch  Luciano Mercoli als Udo hervorheben. Auch wenn er nicht die Erstbesetzung für diese Rolle war, hätte ich mir niemand Besseren vorstellen können. Die Gags brachte er so gezielt und natürlich, als wären sie ihm soeben erst in den Sinn gekommen, was immer wieder zu grossen Lachern führte. Extrem spannend fand ich auch seine tiefe, aussergewöhnliche Stimme. Manchmal ist es halt doch gut, auch mal eine Zweitbesetzung zu Gesicht zu kriegen. Er war wirklich eines meiner Highlights an diesem Abend.

Alles in allem ein extrem gelungener Musical-Abend und ein toller Auftakt für 2022. 😍 Bisher steht Folgendes auf dem Plan:

April:

Mai:

November:

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