Der erotische Zirkus für Erwachsene geht in die 11. Runde und verführt sein anspruchsvolles Publikum vom 19.10. bis 19.11. an seinem Standort in Kloten ZH erneut mit akrobatischen Höchstleistungen, kulinarischen und musikalischen Highlights, spielerischer Erotik und einem Augenzwinkern. Das diesjährige Programm „Bubble Gum“ assoziiert bonbonfarbene, süsse Leckereien. Aber ob die Show sein Versprechen halten kann?
Seit 2011 bringt Ohlala jährlich ein komplett neues Program in die Manege. Schon lange davor hatten Rolf Knie und sein Sohn Gregory die Idee, einen Zirkus zu kreieren, der Stil, Klasse und akrobatische Höchsteistungen mit Erotik verbindet. Und trotz gewisser Vorbehalte des Schweizer Publikums gegenüber Erotik im Zirkus, war bereits die erste Show ein voller Erfolg und lockt seither Promis, aber auch „normale“ Schweizer Bürgerinnen und Bürger scharenweise ins Zirkuszelt, um sie in ein schillerndes und sinnliches Wunderland voller Verheissungen zu entführen. Und wenn man ganz ehrlich ist, war Erotik schon immer Teil der Zirkuswelt. Dennoch sollte Ohlala nicht darauf reduziert werden, denn die Show ist sexy, crazy und artistic und dies sollte gleichermassen Erwähnung finden.
Ohlala hat treue Fans, die sich die Show jedes Jahr ansehen. Wir hingegen waren zum ersten Mal, können aber schon mal so viel verraten: Auch wir waren total fasziniert. Ob dies daran lag, dass es unser erstes Mal war, da wir diese Art von Zirkus noch nie gesehen hatten, oder ob Ohlala wirklich jedes Jahr ein so abwechslungsreiches, überraschendes Programm bietet, können wir leider nicht sagen. Hier fehlen uns die Erfahrungswerte.
Für „Bubble Gum“ entwarf Gregory Knie zusammen mit Céline Victor, die mit ihrem Unternehmen gleichzeitig Hauptsponsor von Ohlala und mit ihm zusammen auf dem aktuellen Programm-Plakat zu sehen ist, eine bunte, fröhliche Atmosphäre, um der trüben Herbststimmung den Kampf anzusagen. Ein kluger Schachzug, da die Fröhlichkeit und Verspieltheit ein wenig von der Verruchtheit nimmt und auch dem „crazy“ in „sexy – crazy – artistic“ mehr Gewicht verleiht.
Wer das Foyer durch den langen, eher etwas düster anmutenden Korridor betritt, wähnt sich augenblicklich in einer anderen Welt. Direkt am Eingang beim Info-Desk für VIP- und Premium-Gäste prangt ein grosses Bild von Gregory Knie und seiner Céline, umrahmt von riesigen, schillernden Bubbles, um direkt auf das Thema einzustimmen. Zur Rechten befindet sich ein weiteres Bild der beiden, das wie eine Fotowand aussieht, aber nicht entsprechend ausgeleuchtet ist. Bei der Präsenz des kreativen Paars hätte man erwartet, sie auch persönlich irgendwo anzutreffen, jedoch gaben sie sich wohl nur bei der Gala-Premiere am 25.10.2023 die Ehre. Gregory Knie ist eben kein Zirkusdirektor, wie man ihn sich vorstellt, sondern bleibt gerne im Hintergrund und überlässt seinen Artisten die Bühne bzw. die Manege.

Das riesige Foyer, das jeweils bereits 2,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn zum Verweilen einlädt, ist eine Mischung aus Kirmes und Edelclub. Die vielen glänzenden Bubbles und blinkenden Lichter sorgen in Windeseile dafür, dass man seine Altagssorgen vergisst und sich nur noch staunend umsieht. Es gibt so vieles zu entdecken. So gibt es z.B. private Lounges mit zu reservierendem Tischen, einen VIP-Bereich, öffentliche Lounges, aber auch Stehtische. Man findet Esstände mit Snacks wie Popcorn Zuckerwatte und Chips, einen Grill-Stand, an der man aber z.B. (superleckere) Pasta bestellen kann, aber auch Sushi oder Austern werden angeboten. Wenn man einen Tisch im VIP-Bereich oder in der Premium-Lounge hat, werden diese Delikatessen auch schön arrangiert mit den entsprechenden edlen Tropfen serviert. Hier gibt es wirklich für jeden Geschmack und jede Grösse Portemonnaie etwas. Die verschiedenen Packages findet ihr hier.

Besonders schön und nostalgisch ist auch der Original-Zirkuswagen mit einem gerahmten Bild von Fredy Knie sen. Ja, es darf nie vergessen, dass auch dieser Zweig zur berühmten Zirkusdynastie Knie gehört. Er hat einfach seinen ganz eigenen Stil gefunden.

Ein besonderes Highlight (auf jeden Fall für uns) sind die im Foyer herumschlendernden Künstler, die vor der Show mit den Gästen interagieren und zu Fotos bereit sind. Die gute Stimmung, die sie verbreiten, ist extrem ansteckend und eine perfekte Einstimmung auf die Show, da man den Künstlern bereits auf einer persönlicheren Ebene begegnen konnte.

Die Show selbst übertraf all unsere Erwartungen, sofern wir welche hatten. Mit Liveband und der wunderbaren Mimi Barber folgt ein musikalischer Leckerbissen dem nächsten. Mimi erobert mit ihrem Charme und ihrer begnadeten, ausdrucksstarken Stimme die Herzen aller Zuschauer im Sturm, sofern dies nicht bereits zuvor im Foyer geschehen ist. Schon sie alleine wäre ein echter Grund, sich Ohlala anzusehen. Sie ist wunderschön und ein echter Star, allerdings komplett ohne Diva-Gehabe. Ihre sinnliche Ausstrahlung und ihr wunderschönes Äusseres werden durch die entsprechenden Songs und Kostüme hervorgehoben. Eins unserer Show-Highlights war ohne Frage „One Minute Man“. Was für eine prickelnde Erotik sie in der Manege zusammen mit den Tänzern und einer Menge bunter Bälle aufkommen liess, war einfach fantastisch. Hier muss aber auch die Choreographie und die Leistung der Tänzer gelobt werden.

Das Programm als Ganzes ist eine bunte, abwechslungsreiche Mischung aus Akrobatik und Tanz, Comedie und ein bisschen Magie. Das Lichtdesign erschafft Bilder, die wie gemalt wirken, so schön und kunstvoll lassen sie die Manege erstrahlen. Die Kostüme sind knapp und bunt und hier und da sieht man ein bisschen (viel) mehr, als üblich, aber die Natürlichkeit, mit der die Künstler damit umgehen, lassen es zu keinem Zeitpunkt unangenehm oder unangemessen wirken. Im Gegenteil, für die Zuschauer darf es genau so sein, denn sie geniessen es, überrascht und auch ein bisschen geschockt zu werden, aber alles in einem artistischen Rahmen und keinem Etablissement, in dem der Überraschungseffekt fehlen würde. Dass die Altersgrenze von 16 Jahren nicht unterschritten werden darf, macht aber schon Sinn.

Folgende Nummern stehen dieses Jahr auf dem Programm:
Urban Crew – Tanz/Akrobatik im Streetstyle
Leah Shelton – Zauberei+
Duo Forza – Comedy und Akrobatik
Duo EmYo – Partner-Trapez
Jonathan Rossi – BMX
Viviana Rossi – Strapaten
Anton Monastyrsky – Hula Hoop
Duo Sienna – Poledance
Jenny Kastein und Daniil Biriukov – Partnerakrobatik
Anton Monastyrsky aka „Hoopster Guy“ bringt mit seiner Hula Hoop-Nummer alle zum Staunen. Neben seiner grossartigen, technisch perfekten Darbietung verzaubert er auch mit seiner Zirkus-Prinzen-Ausstrahlung. Etwas verträumt, poetisch, aber auch ungemein attraktiv bringt er die Damen, die es ein wenig weniger offensiv mögen, ins Schwärmen.

Jonathan Rossi sorgt mit seiner atemberaubenden BMX-Nummer für grosse Augen und überzeugt sowohl optisch, als auch artistisch. Seine Kunstücke mögen leicht und spielerisch wirken, was nur möglich ist, wenn man eine Fertigkeit, Sportart oder Kunstform perfekt beherrscht, dennoch ist jedem im Publikum bewusst, wieviel unglaubliche Körperbeherrschung dieser Athlet mitbringt. Seine Nummer ist besonders maskulin und energiegeladen, aber die Auserwählte, die zu ihm in die Manege geführt wird, beneidet dennoch niemand. Ganz tief im Herzen sind wir halt doch alle Feiglinge und Voyeure, die lieber einem anderen dabei zusehen.

Dass Wasser auf nackter Haut ein Erotik-Garant ist, war sicher auch der Grund, dass gleich zwei Nummern darauf zurück griffen, zum einen ein Strapaten-Act von Viviana Rossi und zum anderen eine Partnerakrobatiknumner mit Jenny Kastein und Daniil Biriukov. Besonders gefiel und die wunderschöne Viviana Rossi, die mit dieser Nummer auch schon vor Heidi Klum und Co bei „America’s Got Talent“ aufgetreten ist. Doch nicht nur ihre sinnliche Schönheit (Mama mia, diese Blicke, wenn sie aus der Badewanne auftaucht!), sondern vor alle ihre Stärke und Geschmeidigkeit beeindrucken. Wirklich eine sensationelle Nummer!

Ganz besonders in Erinnerung bleiben wird sicher auch Leah Shelton. Sie ist Performance Artist und sorgte für den mutigsten provokantesten Auftritt des Abends. Mehr wollen wir hier gar nicht verraten, ausser, dass es genau dieser irritierende Mix aus Weiblichkeit, Neutralität, Provokation und Seitenstrassen-Zaubertrick ist, die diese Nummer gelingen lässt. BRAVO!

Aber auch alle anderen Künstler tragen selbstverständlich zum Gelingen dieses farbenfrohen Spektakels bei und wir können uns gut vorstellen, dass die Vorlieben in den Programmpunkten aufs gesamte Publikum gerechnet stark auseinander gehen.
Für Zirkusfeeling sorgte auch immer wieder das DuoForza. Mit ihren an Clownerie erinnernden Beiträgen aus Akrobatik, Striptease und Pantomime sorgen sie immer wieder für Lacher und OMG-Momente.

Für uns ein echtes Highlight sind aber auch die rasanten, kreativen Choreographien, die das Programm auflockern und das Publikum so richtig anheizen. Diese talentierten, gutaussehenden Tänzerinnen und Tänzer, die so d’accord mit sich, ihrem Körper und ihrer Sexualität sind, sind wahrhaft inspirierend und tragen massgeblich zu dieser ganz besonderen, vibrierenden Stimmung bei, die auch nach der Vorstellung noch anhält. Sexualität ist trotz der extremen Sexualisierung der Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema. Und Ohlala und eben ganz besonders diese jungen TänzerInnen brechen diese Grenzen etwas auf.

Nach unserer Show fand noch eine Aftershow-Party statt, was wohl nach den Freitag- und Samstag-Vorstellungen der Fall ist. Als wir das Chapiteau verliessen, gerieten wir direkt in eine Party, was dazu führte, dass die Stimmung, die nach einer Show schnell wieder abfallen kann, auf diesem hohen Level blieb. So tanzte das Publikum noch lange mit der Künstlern zusammen und wurde Teil von Ohlala und selbst ein wenig hemmungsloser und befreiter.
Wer also, wie wir, Spass daran hat, in eine Show einzutauchen, statt nur zuzuschschauen und Willens ist, sich mit Haut und Haaren von dieser knallbunten, fröhlichen, sexuell aufgeladenen Atmosphäre und den grandiosen Künstlern begeistern, verzaubern und verführen zu lassen, sollte sich unbedingt Tickets für „Bubble Gum“ besorgen.
Das Ohlala-Programm 2023 läuft noch bis am 19.11.2023 und ein Besuch lohnt sich wirklich.




























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