Irish Celtic -The Path of Legends

Irland – die grüne Insel- ist nicht nur bekannt für ihre Pubs, sondern auch für ihre einzigartige Kultur mit Musik und Tanz. In der MAAG Halle in Zürich Oerlikon durfte das Schweizer Publikum kürzlich erleben, wie es sich anfühlt, wenn die unbändige Lebensfreude und die mystischen Legenden der Iren sich verbinden. Vom 04.06. Bis 09.06.2024 war IRISH CELTIC mit ihrer brandneuen Show The Path of Legends nämlich zu Gast und begeisterte das Publikum mit Irish Dance und Livemusik auf höchstem Niveau. 

Wer bereits eine der bekannten IRISH CELTIC-Shows gesehen hat, kennt ihn: Paddy Flynn, den charismatischen und immer zu Scherzen aufgelegte Pub-Besitzer des „Irish Celtic“ (ja, die Show ist nach Paddy Flynns Pub benannt). Die beliebte Tanzshow aus Irland war nun bereits zum dritten Mal in der Schweiz zu Gast. Nach Spirit of Ireland im Jahr 2022, folgte nun The Path of Legends, mit eiem Titel, der neugierig macht. Gerade die Iren können auf einen Fundus grosser Mythen und Legend zurück greifen und praktisch jede irische Tanzshow nutzt diese lebendigen Geschichten. Also durfte man auch hier gespannt sein.

Irland, wo der Tanz untrennbar zum Leben gehört

Wenn man Reportagen über Irland sieht, scheinen sich die Iren unablässig in geselligen Runden zu versammeln, vorzugsweise im Pub des Vertrauens. Es wird getrunken und gelacht bis jemand eine Fiedel, eine Flöte, oder eine traditionelle Trommel, die Bodhrán, hervornimmt und zu spielen beginnt, was das tanzfreudige Völkchen erst richtig in Stimmung bringt. Tanz spielt im Leben der Iren seit jeher eine besondere Rolle und sie sind stolz darauf: Schon die keltischen Druiden gaben ihre rituellen Kreistänze von Generation zu Generation weiter, und auch heute gibt es auf der grünen Insel genügend Anlässe, um gemeinsam zu tanzen und zu musizieren. Das Leben schreibt und prägt noch heute den typisch irischen Tanz. Ob Hochzeit, Taufe oder Beerdigung – Tanz und Musik sind fester Bestandteil des Alltags und Ausdruck des irischen Lebensgefühls.

Von den Wurzeln in der Zeit der Druiden über die Einflüsse der Normannen, aus Schottland und der Bretagne bis hin zur Entstehung der Solotänze im späten 18. Jahrhundert durch die sogenannten „Dance-Master“. Diese reisenden Tanzlehrer waren es, die gegen freie Kost und Logis in den ländlichen Regionen neue Tanzformen etablierten und sich in spannenden Tanzwettbewerben tänzerische Duelle lieferten. Hier entstand auch der unverkennbare Stepptanz: Allein Beinarbeit und Rhythmus sollten bei den Wettkämpfen im Vordergrund stehen – mit der markanten Körperhaltung mit geradem Oberkörper und enganliegenden Armen. Bis heute sind Tanzwettbewerbe ein wichtiger Bestandteil des irischen Tanzes, und auch die Céilí Dances stehen für mehr als „nur“ typisch irische Gruppentänze. Eigentlich die Bezeichnung für fröhliche Tanzgesellschaften, geht der Begriff auf gesellige Zusammenkünfte an Wegkreuzungen zurück, wo man sich nach getaner Arbeit traf – und gemeinsam tanzte.

Irish Celtic – Weltklassetänzer zum Greifen nah

Lord of the Dance und Riverdance sind wohl die bekanntesten irischen Tanzshows, was nicht zu letzt an Michael Flatleys unwiderstehlichen Charme lag, als er den Rest der Welt mit dieser einzigartigen Tanzart vertraut machte und einen wahren Hype auslöste. Doch Irish Dance lebt auch ausserhalb dieser beiden Shows und dies nicht minder professionell.

Bei Irish Celtic stehen Weltklassetänzer aus einigen der berühmtesten Irish Dance Companies der Welt auf der Bühne, um ihr Publikum mit rekordverdächtige Geschwindigkeit und Präzession in Staunen zu versetzen. Nebst tänzerischer Höchstleistungen vermittelt die hochkarätige Truppe vor allem extrem gute Laune und auch die fünf Live-Musiker sind Überzeugungstäter: Mit traditionellen Instrumenten wie Dudelsack, Geige, Akkordeon und Flöte verleihen sie der Show ihre unverwechselbare Stimmung.

…amazing footwork – first class musicianship!” jubelte THE SCOTSMAN und gab der Show die Bestnote 5 Sterne.

Besonders aufgefallen ist uns Emmett Mc Morrow. Der gutaussehende Tänzer und Dance Captain bei Irish Celtic besticht nicht nur durch sein tänzerisches Können, das selbstverständlich herausragend ist, sondern vor allem auch durch sein Charisma und seine lebendige Ausstrahlung. Eine echte Freude, ihm beim Tanzen zuzusehen und definitiv ein Leading Man.

Dance Captain: Emmett Mc Morrow

Wie der Vater, so der Sohn?

Aber wovon handelt The Path of Legends eigentlich? Wie wir bereits erwähnt haben, steht auch diesmal Paddy Flynn im Mittelpunkt. Er hat sich eine neue Herausforderung für seinen Sohn Diarmuid ausgedacht, um ihn vom Alltag im Familienbetrieb abzulenken… und von seinem Handy, das er ständig in der Hand hält. Ja, auch in Irland ist die Zeit nicht stehen geblieben. Aber Paddy möchte seinem Sohn das wahre Irland zeigen.

Diese berührende und bewegende Geschichte  nimmt uns  mit auf eine Reise in  die Vergangenheit der Smaragdinsel. Paddy Flynn erzählt von den Legenden, die sich um sein über 1000 Jahre altes Pub ranken und lässt uns tief eintauchen in die Mythen und Sagen der irisch-keltischen Geschichte. Untermalt werden Paddys Erzählungen mit jeder Menge Anekdoten, Stepptanzeinlagen und Musik. Das musikalische Repertoire reicht dabei von traditionellem Irish Folk über feenhafte Melodien bis hin zu stürmisch-stampfender Tanzmusik und modernen Songs wie Shallow.

Von Piraten, Sirenen und Pub-Besuchern

Wer The Path of Legends besucht, kriegt natürlich jede Menge Pubszenen mit folkloristischen, eher schlichten Kostümen, genau, so, wie man sich das vorstellt oder vorstellen möchte. Dazu gehören fröhliche Tänze in Paaren, Gruppen oder natürlich Irish Tab-Nummern. Besonders beliebt sind auch kleine Battles, in denen sich die meist männlichen Tänzer mit ausgefeilten und technisch besonders anspruchsvollen Choreographien zu übertreffen versuchen.
Für viel Freude sorgte auch eine äusserst originelle Choreographie, bei der als zusätzliche Schwierigkeit, aber auch als integraler, dekorativer Bestandteil, Besen zum Einsatz kamen.

Die mythischen Wesen dürfen bei einer Irish Dance-Show aber auch nicht fehlen, ist doch in Irland der Glaube an Feen und andere Naturgeister noch immer sehr lebendig. In diesem Fall wurden in einer der Legenden, die Paddy Flynn seinem Sohn erzählt, die Merrow thematisiert, Sirenen-ähnliche Wesen, die mit ihrem Gesang die Sinne verwirren. Sie wurden von einigen anmutigen Tänzerinnen in hübschen dunkelblauen Ganzkörper-Anzügen verkörpert.

Besonders viel Eindruck hinterlassen, hat aber definitiv die Legende von Grace O’Malley, der „Piratenkönigin“, die um das Jahr 1570 zusammen mit ihrer Mannschaft den Westen Irlands terrorisierte. als Tochter eines irischen Clanführers musste sie schon mit 16 Jahren dessen Erbe antreten und fügte sich nicht in die gängigen Frauenrolle, sondern stand ihren Mann.
Mit viel Kreativität verwandelte sich hier die Bühne der MAAG Halle in das Deck eines Piratenschiffs, samt Steuerrad, Fässern und Tauen und die tollen Kostüme der Piratenmannschaft verstärkten den Eindruck noch mehr. Auch konnte man in diesem Themenblock einige wirklich aufregende Tanznummern erleben.

Die Legende des Salmon of Knowlege erzählte Paddy Flynn dann ganz einfach, aber nicht minder eindrücklich. Diese Tierfigur aus der irischen Mythologie hatte neun Haselnüsse vom Baum der Erkenntnis gefressen und dadurch alles Wissen der Welt erlangt. Dieses Wissen würde auf denjenigen übergehen, der von ihm ass.

Natürlich geizt Paddy auch nicht mit Sprüchen über die Schweiz, wie z.B. das Wetter. Aber so ist er halt der alte Sprücheklopfer. Die Interaktion mit dem Publikum ist 1A und das Publikum hängt an seinen Lippen, um ja keinen der Witze (selbstverständlich ist die Show auf English) zu verpassen. Schon nach kurzer Zeit, wähnt man sich auf einem Fest und nicht an einer Tanzaufführung, …oder halt eben, wie in einem Lieblings- Pub.

Fazit

So ist ein Abend im Irish Celtic ist wie ein Kurztrip nach Irland und ein einzigartiger Spiegel der irischen Seele: mitreissend und trunken vor Lebenslust. Wer schon seine Erfahrung mit Irish Dance Shows gemacht hat, kommt definitiv auf seine Kosten, wer neu ist, wird sich dem Zauber der grünen Insel und ihrer faszinierenden Kultur und Geschichte nicht entziehen können. Wer sich einen Abend voller Spannung, Songs, Legenden, Traditionen und atemberaubenden Tanzszenen wünscht, ist bei Irish Celtic an der richtigen Adresse.


Choreographie: Ciaran Connolly
Musikalische Leitung: Anthony Davis
Künstlerische Leitung und Inszenierung: Julie Dayan und Michael Xerri

Danke an MAAG Moments für die Möglichkeit, diese grandiose Show zu sehen und zu rezensieren.

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