Tutanchamun – Das immersive Ausstellungserlebnis in der Lichthalle MAAG

Die Lichthalle MAAG erstrahlt erneut in Gold. Doch diesmal sind es nicht die Werke eines bekannten Künstlers, die in der immersiven Halle zum Leben erwachen, sondern seine Majestät der Pharao Tutanchamun persönlich, der die Menschen weltweit schon seit über 100 Jahren in seinen Bann zieht. Seit dem 30. November 2024 werden die Besucher:innen in einer neuen, digitalen Multimedia-Ausstellung in das sagenumwobene Ägypten und dessen Geheimnisse entführt. Und diesmal wird es sogar noch etwas realer, dank Virtual Reality.

Wenn die Lichthalle MAAG zu einer neuen immersiven Ausstellung lädt, lassen wir uns natürlich nicht lange bitten, haben wir dort schon so viele wunderbare Stunden verbracht. Ob Monet, Gustav Klimt, Picasso oder Leonardo Da Vinci (Frida hatten wir damals leider verpasst), Immersive Kunst hat ihren ganz eigenen Reiz und wer die Vorteile zu schätzen weiss, kann sich immer wieder auf neue Abenteuer freuen.
Seit dem 30. November 2024 ist besonders hoher Besuch zu Gast in Zürich Hardbrücke. Der sagenumwobene Pharao Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske praktisch stellvertretend für das ganze alte Ägypten steht, macht seine Aufwartung und nimmt uns mit in die Zeit vor 3400 Jahren. Doch TUTANCHAMUN – Das immersive Ausstellungserlebnis behandelt nicht nur diese Zeit, sondern gestattet uns dank Virtual Reality auch einen Blick ins Jahr 1922, als Archäologe Howard Carter die Grabkammer des „Kindkönigs“ im Tal der Könige entdeckte.

Vernissage mit den kreativen Köpfen hinter der Ausstellung

Am 29. November 2024 fand in der Lichthalle MAAG in Zürich Hardbrücke die Vernissage zu TUTANCHAMUN – Das Immersive Ausstellungserlebnis statt. Mit Freuden folgten wir der Einladung, denn auch, wenn uns bewusst ist, dass man an so einer Vernissage weniger Zeit hat, die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden, darf man sich beim Apéro immer auf spannende Insider-Infos freuen, diesmal von Jelle de Jong, Produzent von MADRID ARTES DIGITALES und Kurator, Nacho Ares. Nach der Einführung, die alle bereits richtig neugierig gemacht hatte, ging es direkt in die Immersive Hall, welche diesmal in etwas reduzierter Grösse bespielt wird.

Nacho Ares und Jelle de Jong

Allerdings macht es bei einem Besuch sicher Sinn, sich zuerst die physische Ausstellung mit Replikaten der Exponate anzusehen. Auf die berühmten Totenmaske in Originalgrösse, die heute als eines der bedeutenstens Symbole des Alten Ägypten gilt, kann natürlich nicht verzichtet werden, ebenso wenig auf diverse kostbare Grabbeigaben. Es lohnt sich, sein Wissen über Tutanchumun aufzufrischen, indem die ausführlichen, aber interessant gestalteten Informationstafeln gelesen werden. Das Highlight diesmal Bereichs ist aber mit Sicherheit der Sarkophag samt Mumie, der zu Veranschaulichung in diverse Ebenen unterteilt präsentiert wird. Wirklich ein tolles Erlebnis!

Der Mythos Tutanchamun

Tutanchamun („Lebendiges Abbild des Amun“) hiess ursprünglich Tutanchaton („Lebendiges Abbild des Atons“), um die Rückkehr zum traditionellen Amun-Kult zu verdeutlichen. Sein Vater war Echnaton. Zu Lebzeiten zählte Tutanchamun nicht zu den grössten oder bekanntesten Pharaonen, was allenfalls auch auf seine kurze Regierungszeit (etwa von 1332 bis 1323 v. Ch) und seinem Frühen Tod zurück zu führen ist. Tutanchamun wurde gerade einmal 19 Jahre alt, weshalb er den Beinamen „Kindkönig“ trägt. Die Ursache seines Todes ist ungeklärt.  Untersuchungen haben verschiedene Theorien aufgeworfen, darunter Krankheiten wie Malaria, ein Unfall (Beinbruch), eine genetische Erkrankung oder sogar Mord. Seine körperlichen Merkmale wie ein Klumpfuß und Knochenerkrankungen weisen auf genetische Probleme hin, möglicherweise durch Inzest.

Obwohl Tutanchamun zu Lebzeiten ein relativ unbedeutender Pharao war, machte ihn die Entdeckung seines fast unberührten Grabes 1922 zu einem Symbol für die Pracht und den Reichtum des Alten Ägyptens. Sein Grab lieferte unschätzbare Einblicke in ägyptische Kunst, Kultur und Begräbnisrituale und enthält über 5000 Objekte, darunter seine berühmte goldene Totenmaske. Der Fund war ein archäologischer Meilenstein.

Im Tal der Könige gibt es einiges zu sehen

Das Herzstück des Austellungserlebnis ist der immersive Part. Projektionen an allen vier Wänden sowie dem Boden ermöglichen es den Besuchern, sich der Illusion hinzugeben, tatsächlich durch das Tal der Könige zu fliegen und in der Grabkammer Tutanchamuns Schätze zu entdecken. Besonders zauberhaft sind die Skarabäen und Eidechsen, welche auch über den Boden krabbeln und einen teilweise fast etwas erschrecken. Ja, Immersive Kunst ist ein Erlebnis. Da kann es einem auch schon mal ein bisschen schwindelig werden, wenn man Pyramiden an sich vorbei fliegen sieht. Neben den nachgebildet Landschaften, Bauwerken und Tieren, kommt man in den Genuss der beeindruckenden Entstehung Tutanchamuns durch Götterhand und auch die berühmten im Profil gehaltenen Wandmalereien erwachen zum Leben. Die Originaldokumente, Zeitungsbericht und TV-Ausschnitte anno 1922 sowie die Originalstimme von Howard Carter gehören ebenfalls zu den Highlights. Es gibt unglaublich viel zu sehen.

Tritt vor das Gericht des Osiris

Was diese Ausstellung von den zuvor in der Lichthalle MAAG präsentierten immersiven Ausstellungen unterscheidet, ist definitiv der Virtual Reality- Bereich. Mit VR-Brille und Kopfhörer ausgestattet, hat man die Möglichkeit, einen Schritt weiter zu gehen und im Körper Tutanchamuns den Sarkophag zu verlassen, durch die verschlungenen Pfade des Totenbuchs bis zum Gericht des Osiris zu wandern und sich des ewigen Lebens als würdig zu erweisen. Und wer ein bisschen Respekt vor Virtual Reality hat, kann sich hier entspannt zurücklehnen, da alles im Sitzen stattfindet.

Entdecke die Grabkammer Tutanchamuns im Jahr 1922 im Metaversum

Wer mutig genug ist, wagt sich dann noch ins Metaversum und reist buchstäblich durch Zeit und Raum. Ebenfalls mit einer VR-Brille ausgestattet wandert man im Full Body Virtual Reality- Raum durch das Tal der Könige, betritt das Expeditionslager von Howerd Carter und erkundet eigenständig die Grabkammer Tutanchamuns, lediglich mit einer Laterne in der Hand. Das Besondere ist, dass man sich zusammen mit den anderen Besuchern frei im Raum bewegt. Damit man nicht zusammen stösst, sind alle anderen Entdecker als Figuren (schwebende Howerd-Köpfe mit Nummern) ersichtlich. Besonders in Erinnerung bleibt uns der Anblick der nächtlichen Wüste mit diesem riesigen, wunderschönen Vollmond am Himmel. Virtual Reality ist absolut faszinierend… An diesem Ort hätten wir uns gerne noch länger aufhalten können. Leider ist die Dauer des Aufenthalts aber zeitlich beschränkt und man sollte sich doch zügig durch die Szenerie bewegen.

Ist TUTANCHAMUN – Das immersive Ausstellungserlebnis einen Besuch wert?

Wer wieder einmal so richtig staunen möchte, ist bei der Lichthalle MAAG definitiv richtig aufgehoben. Erneut wurde eine absolut erstaunliche Ausstellung nach Zürich gebracht, die das Eintauchen in eine vergangene Welt durch Virtual Reality diesmal sogar noch einfacher macht. Da es mehrere Bereiche gibt, die eventuell unterschiedlich stark frequentiert sind, kann es vor allem im Metaverse eventuell zu längeren Wartezeiten kommen. Dies sollte einem vor dem Besuch allenfalls bewusst sein. Aber Das Warten lohnt sich dann auch wirklich. TUTANCHAMUN – Das immersive Ausstellungserlebnis ist ein Riesenspass für die ganze Familie mit vielen fantastischen Eindrücken und der Möglichkeit, dabei etwas zu lernen und einen sehr intensiven Eindruck des Alten Ägypten mit seinem ganzen Prunk zu erhalten. Die Lichthalle Maag hat übrigens auch an den Tagen nach Weihnachten geöffnet (geschlossen ist sie vom 23.12 – 25.12.2024) und deshalb eine tolle Möglichkeit, die freien Tage zu geniessen.

Zu erleben ist TUTANCHAMUN – Das immersive Ausstellungserlebnis noch bis am 4. Mai 2025 und Tickets sowie Infos gibt es hier: https://www.lichthallemaag.ch/lhm/de/events/event/detail/2024/tutanchamun-immersiv.html


Danke an die Lichthalle Maag für die Einladung zur Vernissage und die Möglichkeit, immersiv und virtuell in die faszinierende Welt von TUTANCHAMUN einzutauchen. Wir haben es sehr genossen.


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