„Do you hear the people sing? Singing the song of angry men?…“ Wer bei diesen Zeilen auch stramm steht, darf dieses Musical-Grossereignis auf keinen Fall verpassen.
Vom 19.12. – 22.12.2024 ist Les Misérables im Hallenstadion Zürich zu Gast und nicht in der normalen Bühnenversion, sondern als Arena Spektakel. Was dies genau bedeutet, durften wir an der Premiere in Zürich miterleben.
Les Misérables, das 1985 im Londoner West End uraufgeführt wurde und bis 2003 den Rekord für die am längsten laufende Broadway-Show hielt, ist eines jener Musicals, die uns schon sehr lange begleiten. Einerseits kennen wir die Geschichte von Victor Hugo schon seit unserer Kindheit, andererseits sind es die einzigartigen Songs von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil, die in unserer Entwicklung immer wieder eine Rolle spielten. Unter anderem war On my Own der erste Solosong, den Charlene auf einer Bühne vorgetragen hatte und A little Fall of Rain gehört nach wie vor zu unseren Lieblings-Duetten und bringt uns, wie auch Fantines’s Death (Come to me), einfach mal so zum Weinen. Auch I Dreamed a Dream ist einer jener Songs, die wir aus dem Stehgreif singen und mit Inbrunst interpretieren. Und dies alles nahm seinen Lauf lange bevor wir dieses erstaunliche Musical zum ersten Mal live auf der Bühne sahen, was in unserem Fall tatsächlich erst im Februar 2020 im Theater 11 der Fall war (übrigens unser letztes Musical vor der Corona-Pandemie). Selbstverständlich hatten wir auch die epische Filmversion von 2012 mit Hugh Jackman und Anne Hathaway gesehen und unser Bild von Eponine wurde 1995 beim 10th Anniversary Concert durch Lea Salonga geprägt, von dem wir damals noch eine VHS-Kassette kauften.
Aber genug allgemein geschwärmt. Denn diesmal geht es um Les Misérables – The Arena Spectacular. Zum ersten Mal wurde diese gross angelegte Version des berühmten Musicals 2006 in einer Arena-Umgebung aufgeführt und ist aktuell auf Welt-Tournee. Das Besondere ist einerseits der Bühnenbau, der aus mehreren Ebenen besteht, um noch grössere Wirkung zu erzielen, aber auch die beeindruckenden visuellen Effekte, die riesige Projektionsleinwände und die innovative Nutzung von Licht und Ton, die das Publikum in die Welt von Les Misérables eintauchen lassen, die ja bekanntlich in der Revolutionszeit in Paris angesiedelt ist. So beeindruckend das klingt, gab es auch immer wieder kritische Stimmen, die die fehlende Verbindung zwischen Publikum und Darstellern bemängelten. Aber dass die intime Theater-Atmosphäre in einer Arena auf der Strecke bleibt, ist nachvollziehbar. Aber wie bekannt ist, ist es in der Regel genau diese direkte Verbindung zu den Darstellern, die für uns ein Musical-Erlebnis besonders macht, weshalb wir uns Musicals in der Regel auch von der 1. Reihe aus ansehen. Doch bei Les Misérables mit seiner gewaltigen Musik konnten wir uns durchaus vorstellen, das Spektakel trotzdem zu geniessen. Denn, wenn wir etwas genau so schätzen, wie die direkte Energie der Darsteller zu spüren, DANN verzaubert zu werden…

Les Misérables, eine Geschichte, die nachhallt
Les Misérables spielt im Frankreich des 19. Jahrhunderts und folgt mehreren Schicksalen, die von sozialer Ungerechtigkeit und dem Streben nach Erlösung geprägt sind.
Jean Valjean, ein ehemaliger Sträfling, wird von der Gesellschaft abgelehnt. Nachdem er als obdachloser Dieb verurteilt wurde, findet er bei einem Bischof Unterschlupf, der ihm vergibt und ihm ermöglicht, ein besseres Leben zu starten. Valjean nimmt die Gelegenheit wahr und wird ein erfolgreicher Fabrikant. Javert, ein kompromissloser Polizeibeamter, jagt Valjean, da er ihn als Gesetzesbrecher verfolgt. Gleichzeitig kümmert sich Valjean um die Tochter von Fantine, einer armen, alleinstehenden Frau, die für ihre Tochter Cosette einiges auf sich nimmt und an den harten Lebensbedingungen stirbt. Cosette wächst unter Valjeans Obhut auf und verliebt sich in den revolutionären Marius, der gegen die politische Unterdrückung kämpft und wiederum heimlich von Eponine, der Tochter der Thénardiers, geliebt wird. Inmitten der Pariser Juli-Revolution 1832 muss Valjean eine letzte, entscheidende Entscheidung treffen: seine Freiheit und sein Leben für das Wohl von Cosette und Marius zu opfern.
Das Musical endet mit einer kraftvollen Botschaft über Liebe, Opfer und Erlösung, während sich die Charaktere den Konsequenzen ihrer Taten stellen.
Die ersten Eindrücke und ob sie halten, was sie versprechen
Wenn man das Hallenstadion betritt sieht alles relativ ähnlich aus, wie immer. Die Bühne steht dort, wo sie sonst auch steht, doch es wirkt alles etwas höher als sonst. Der Schriftzug auf der grossen mittigen Leinwand verkündet für alle Plätze gut sichtbar, um welches Musical es sich handelt und es gibt zwei zusätzliche kleinere Leinwände rechts und links. Das Bühnenbild wirkt spannend und lässt bereits erahnen, dass diese Barrikaden etwas Besonderes sein werden. Hinter den Barrikaden etwas abgeschirmt ist das 26-köpfige Orchester platziert, was eine gute Wirkung hat. Und ihr kennt ja unsere Vorliebe für Liveorchester und dieses hier – so viel darf schon verraten werden – ist erstklassig. Ja, der 1. Eindruck ist schon ziemlich imposant.

Bereits bei den ersten Klängen des Prologes und dem darauffolgenden Work Song (Look down) ist Gänsehautstimmung angesagt. In unseren Augen bzw. Ohren besitzt dieses Musical einen der grossartigsten Soundtracks überhaupt, der in dieser Inszenierung hervorragend zur Geltung kommt. Es gibt grosse Balladen mit wunderschönen Melodien, treibende Arrangements und Variationen der Ohrwürmer, die ihre Wirkung nie verfehlen und perfekt abgemischt sind. Wirklich Musical vom Feinsten, das auch Neulinge nicht kalt lässt. Und für Liebhaber und Musicalkenner, wie uns, ist es einfach der pure Genuss.
Was man allerdings sagen muss, ist, dass es für Les-Misérables-Neulinge eventuell nicht ganz einfach ist, der Handlung komplett zu folgen. Wie erwartet, wird nicht wirklich miteinander „gespielt“, sondern eher wie bei einem Konzert in eines der aufgestellten Mikrophone gesungen. Bis auf wenige Ausnahmen, sind die Sänger dem Publikum zugewandt, ob es sich jetzt um ein Liebesduett handelt oder eine Konfrontation. Es findet nur wenig Interaktion zwischen den Darstellern statt. Dies hält den unglaublich professionellen Cast aber nicht davon ab, in Sachen Ausdruck alles zu geben, was möglich ist. Wir haben selten so viele grandiose Stimmen auf einer Bühne erleben dürfen. Sowohl die Hauptrollen, als auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt und auch bei den Kostümen wurden keine Abstriche gemacht. Alles ist hochwertig und historisch akkurat, was vor allem auch in den beeindruckenden Gruppenszenen perfekt zur Geltung kommt. Ob in der Taverne, auf den Barrikaden oder bei Lovely Ladys im Freundenviertel, das grosse, spielfreudige Ensemble beeindruckt durch Masse und Können.

Javert vs Jean Valjean – Eine der leidenschaftlichsten Bühnenbeziehungen der Geschichte
Bei Les Misérables gibt es zwei entscheidende Rollen. Dafür sollten sowohl die Darsteller perfekt gecastet sein, aber auch die Chemie muss stimmen. Und zwar geht es um die beiden grossen Männerrollen Jean Valjean und Javert. Während des ganzen Musicals kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen den beiden, auf die vor allem für Jean Valjean nicht besonders erpicht ist, da er gut zwanzig Jahre seines Lebens vor Javert auf der Flucht ist, der wiederum die Festnahme des ehemaligen Diebs zu seinem Hauptlebensziel gemacht hat, was sich zu einer Manie entwickelt. Zwei Leben, die auf eine intensive und toxische Weise miteinander verknüpft sind, die es keinem der beiden ermöglicht, ein Leben in Frieden zu führen. Ein Hoch auf Victor Hugo!
Mit Killian Donnelly als Jean Valjean hat man sich für einen sehr ausdrucksstarken und stimmlich brillanten und facettenreichen Künstler mit grossem Stimmumfang entschieden, der seiner Rolle die erforderliche Tiefe, Melancholie und Resilienz verleiht und auch schon in diversen Les Mis- Produktionen verkörpert hat. Er schafft es, die nötige väterliche Energie perfekt zu transportieren und sowohl die Beziehung zu seiner Ziehtochter Cosette, der sterbenden Fantine und natürlich Javert glaubhaft zu vermitteln.

Vor allem letztere ist sehr intensiv und mit verantwortlich für die anhaltende Spannung während der gut 140 Minuten Spielzeit, was uns zum stimmgewaltigen West End Star Bradley Jaden in der Rolle eben jenes hartnäckigen Polizeibeamten bringt. Selten durften wir auch der Bühne einen so expressiven Darsteller erleben, der mit seiner nuancenreichen Stimme und seiner lebendigen Mimik eine solche Vielfalt an Emotionen wiedergeben konnte. Sein über die Jahre wachsender Wahnsinn gehörte fraglos zu den Highlight dieses Abends – ja, hier darf man schon von Method Acting sprechen – und Stars, sein Solo-Song ist ebenso berührend, wie die Duette mit Killian Donelly aufregend sind. Kein Wunder, wird er als einer der besten Javerts gehandelt. Wer immer zuerst enttäuscht darüber ist, dass in seiner Stadt nicht Musicallegende Michael Ball in diese Rolle schlüpft, wird schnell darüber hinwegkommen. Versprochen.

Ein Musical-Cast der Extraklasse
Wie bereits erwähnt, gehört der Cast der Arena Tour ohne Frage zu den besten, die wir je erleben durften. Einige Darsteller:innen möchten wir noch gesondert betrachten, da ihre Leistung als aussergewöhnlich bezeichnet werden kann.
Auch wenn der charismatische Anführer der Juli-Revolution eher eine grössere Nebenrolle, als eine Hauptrolle im Musical ist, ist James D. Gisch als Enjolras so präsent, dass er Marius (sehr patent und sympathisch gespielt von Jac Yarrow, der vor allem in Empty Chairs at Empty Tables mit seiner Stimme und Interpretation überzeugen kann) fast schon die Show stielt. Mal abgesehen von seinem ansprechenden Erscheinungsbild ist der junge Sänger wie eine Stange Dynamit, die auf die Bühne geworfen wird und kurz vor der Explosion steht. Stimmlich aussergewöhnlich und kraftvoll, aber von einer ausgesuchten Brillanz, steht er Javert in Sachen Fanatismus in nichts nach und zieht die Blicke des Publikums auf sich, wann immer er die Bühne betritt.

Zu den schillerndsten Figuren dieses Musicals gehören ohne Zweifel die Thénardiers. Sowohl stimmlich als auch mimisch wird einiges von den Darstellern dieses raffinierten Wirtepaars verlangt und Gavin Lee und Linzi Hateley wissen beide, das Beste aus ihren Rollen heraus zu holen, um das Publikum im Hallenstadion mit ihrer einmaligen Interpretation zu begeistern und Stimmung in die düstere Atmosphäre bringen.

Da wir von weiblichen Stimmen immer etwas schwerer zu überzeugen sind, möchten wir hier vor allem Channah Hewitt in der Rolle der Fantine hervorheben. Ihre tragische Figur verkörpert sie mit viel Würde und Stolz und begeistert mit einer warmen Klangfarbe und viel Gefühl, was sie im Ohrwurm I Dreamed a Dream und auch bei Fantines Death (Come to me) unter Beweis stellt.

Leider konnte uns Aviva Tulleys Eponine nicht ganz überzeugen, was aber wahrscheinlich an den übermächtigen Vorgängern liegt, die unser Bild dieser tragischen Figur geprägt haben. Dies mag etwas unfair sein, kann aber ab und zu auch zu tollen Überraschungen führen.
Beatrice Penny-Tourée ist eine bildschöne Cosette, die die nicht ganz einfache Partitur dennoch ganz gut meistert und mit Jac Yarrow ein wirklich zauberhaftes Paar bildet.
Und Jeremy Secomb mimt den gutherzigen Bischof von Digne mit viel Menschlichkeit.
Auch die beiden Kinderdarsteller dürfen hervorgehoben werden. Theo Hills als Gavroche weiss absolut zu überzeugen und überrascht mit einer aussergewöhnlichen Bühnenpräsenz, während Maisie MaC Mahon als junge Cosette mit Castle on a Cloud das Publikum berührt.
Bühnenbild und Lichtdesign vom Feinsten
Was man bei Les Misérables – The Arena Spectacular gar nicht genug loben kann, ist das Lichtdesign, das beinahe schon eine eigene Rolle inne hat. Neben den wunderschön erzeugten Stimmungen passenden zur Szene, werden beim Beschuss der Barrikaden alle Register gezogen. Neben den rot beleuchteten, schwebenden Bühnenelementen, die eine sehr abwehrende Wirkung erzeugen, werden die Schüsse tatsächlich mit Lichtblitzen dargestellt, was eines der absoluten Highlights der Inszenierung ist und nachhaltigen Eindruck hinterlässt und fast schon etwas Star Wars-Feeling erzeugt.
Aber auch die weniger actionreichen Szenen warten mit zauberhaften Ideen auf, wie z.B. die herunterschwebenden Strassenlaternen bei On my Own, die die einsamen Strassen von Paris bei Nacht auf magische Art und Weise heraufbeschwören.

Offensichtlichere Szenenwechsel, wie z.B. wenn sich Jean Valjean mit Marius in die Katakomben rettet, werden mit sehr künstlerisch wirkenden Projektionen auf den Leinwänden dargestellt. Überhaupt zieht sich dieser Aquarell-Effekt durch das ganze Stück, was eine besonders historische Wirkung erzeugt. Und auch Javerts Sprung von der Brücke erinnert fast schon an Konzeptkunst.
Absolut unverzichtbar sind die grossen Leinwände, da in einer Location wie dem Hallenstadion sonst wirklich absolut nichts vom Spiel sichtbar wäre. Besonders schön ist hier, wie auf den Bildschirmen z.B. der Solist in verschiedenen Grössen oder aus verschiedenen Winkeln gezeigt wird, oder bei Duetten beide Sänger links und rechts der grossen Leinwand. Dennoch müssen wir sagen, dass wir dieses Stück gerne aus einer weiter vorne liegenden Reihe gesehen hätten. Denn hier müssen wir uns den kritischen Stimmen, dass die Intimität etwas verloren geht, anschliessen, was für uns, die den Fokus immer auf den Cast legen, schade ist. Von Herzen gerne hätten wir diese grandiosen, ausdrucksstarken Darsteller Face to Face erlebt und nicht „nur“ auf der Leinwand. Und wenn wir gerade bei den den wenigen Kritikpunkten sind, die wir auf unserer Liste haben: Das Halb-Musical/Halb-Konzert-Format funktioniert wirklich gut, jedoch fühlt es sich etwas makaber an, wenn Eponine an Marius gelehnt nach A little Fall of Rain in seinen Armen stirbt und er sie dann stehen lässt und zur Seite tritt Ja. Spooky. Aber das sind natürlich Momente, die in einer konzertanten Inszenierung einfach schwer umzusetzen sind.

Sollte man sich für Les Misérables – The Arena Spectacular Tickets besorgen?
Ohne jeden Zweifel, ja. Es handelt sich hier wirklich um eine Inszenierung, die man erlebt haben sollte. Ob es auf kleinerer Bühne nicht ebenso schön gewesen wäre, lassen wir mal unbeantwortet, für uns war es jedoch ein musikalisch und visuell unglaublich aufregendes Erlebnis voller Emotionen und mit absolut erstklassigen Darstellern, an das wir gerne zurück denken werden. Und das möchten wir euch auf keinen Fall vorenthalten. Deshalb unbedingt noch Tickets bestellen und Les Misérables – The Arena Spectacular geniessen: https://www.musical.ch/de/lesmiserables
Ein herzliches Dankeschön an FBM für die Möglichkeit, in diesem gigantischen Musical-Erlebnis beiwohnen und es rezensieren zu dürfen.
Cast
Jean Valjean: Killian Donnelly
Javert: Bradley Jaden
Fantine: Channah Hewitt
Thénardier: Gavin Lee
Madame Thénardier: Linzi Hateley
Marius: Jac Yarrow
Cosette: Beatrice Penny-Touré.
Éponine: Aviva Tulley
Enjolras: James D. Gish
Grantaire: Raymond Walsh.
Bischof von Digne: Jeremy Secomb
Gavroche: Theo Hills
Junge Cosette: Maisie Mac Mahon
Combeferre: Jonathon Bentley
Babet: Michael Burgen
Brujon: Shaun Dalton
Jean Prouvaire: Louis Emmanuel
Feuilly: Harry Grant Smith
Warnings: Daniel Koek
Joly: Caleb Lagayan
Montparnasse: Abel Law
Factory Forman: Adam Robert Lewis
Courfeyrac: Andrew Maxwell
Old Woman: Jill Nalder
Wig Maker: Lisa Peace
Factory Girl: Mary-Jean Caldwell
Madame: Helen Walsh
Claquesous/Bambatois: Owain Williams
Ensemble: Rebecca Bolton, Olivia Brereton, Amelia Broadway, Beth Curnock, Charlie Geoghegan, Zabrina Norry, Jo Stephenson
Swings: Jonathan David Dudley, Harry Dunnett, Georgie Lovatt, Kathy Peacock, Ciaran Rodger





















Gestern Abend das Musical besucht – eine Enttäuschung und Zumutung für die hervorragenden Künstler, unter welchen Verhältnissen sie in einem Grossstadion wie dem Hallenstadion Zürich auftreten mussten. Da profitiert einzig der Kommerz. Sowohl akustisch wie auch bezüglich Distanz zu den Künstlern absolut nicht zu empfehlen Wir haben bereits vor einigen Jahren eine Grossinszenierung im Hallenstadion erlebt und wurden darin bestätigt, nie wieder solch einen Anlass zu besuchen. Extellzente Artisten, ein einmaliges Musical – dargeboten mit einer lausigen Musikanlage und einer Distanz zwischen Künstlern und Publikum, welches sich auch mit einer zusätzlichen Grossleinwand nicht überbrücken lässt. Mir tut jeder Künstler leid, welcher sich zugunsten des Kommerz dermassen prostitiueren muss. Wir haben in den letzten Jahren verschiedenste Musicals in halb Europa genossen und von der Nähe zwischen Künstler und Publikum in den traditionellen Konzerthäuser profitiert. In der Gross-Location „Hallenstadion“ bleiben solche Gefühle leider auf der Strecke – schade.
Das tut uns sehr leid, dass Sie so enttäuscht wurden. Schön zu sehen ist hingegen, was für leidenschaftliche Gefühle Musicals in Menschen wecken. Von dem her ist es nur menschlich, dass man das Liebgewonnene bevorzugt. Auch wir schätzen die Intimität der Theaterhäuser, aber wir fanden es durchaus spannend, auch mal diese Version zu sehen. Wahrscheinlich ist die Erwartungshaltung, mit der man eine Produktion besucht nicht unerheblich.
Die Künstler müssen nicht bemitleidet werden, da sind wir sicher. Für sie ist das bestimmt eine spannende Erfahrung und eine willkommene Abwechslung zu Engagements in fixen Locations.
Wir haben die wunderbare Musik dennoch sehr genossen. Ob als Aufnahme oder live auf der Bühne oder eben im Hallenstadion, sie vermag uns immer wieder zu begeistern und Gefühle zu wecken. Dass dies bei Ihnen nicht geklappt hat, ist wirklich schade. Aber es ist immer gut, zu wissen, was man mag und was nicht, um sich vor weiteren Enttäuschungen schützen zu können. Wir hoffen, dass Sie 2025 viele wunderbare und beglückende Musicalbesuche erleben dürfen 💕