Stars in Town 2025

Der Sommer in Schaffhausen hält jeweils ein ganz besonderes Highlight bereit: Stars in Town! Auch 2025 verwandelt sich die malerische Altstadt in eine pulsierende Open-Air-Bühne und zieht Musikliebhaber aus der ganzen Schweiz an. Erneut erlebte das Publikum unvergessliche Abende voller Live-Musik, Gänsehautmomente und einer einzigartigen Atmosphäre direkt vor der beeindruckenden Kulisse des Münsters. Von nationalen Größen wie Nemo und Hecht bis hin zu internationalen Top-Acts wie Alice Cooper, James Blunt oder Nelly Furtado – Stars in Town bot auch dieses Jahr wieder ein Line-up, das keine Wünsche offen und die Herzen höherschlagen liess.

Stars in Town – In Schaffhausen beinahe schon eine Jahreszeit. Sobald die bunten Plakate in der Tanne (wir sprechen hier von der kleinen Strasse, die den Fronwagplatz mit dem Herrenacker verbindet) im Wind wehen und auf dem Herrenacker selbst, die grosse Bühne Form annimmt, steigt die Aufregung. Food Trucks und die Talent Stage vervollständigen das Stadtbild. Ja, Stars in Town ist wahrlich zu einer Institution geworden. Und die Vielzahl an nationalen und internationalen Grössen, die jeden Sommer auf der Mainstage zu erleben sind, lassen keinen Zweifel daran.

Dieses Jahr war es sicher ein Name, der in aller Munde war: Alice Cooper. Bereits am Eröffnungsabend am 30. Juli liess der Godfather of Shockrock die Menge toben und legte die Messlatte für den Rest des Festivals extrem hoch.

Wir durften für Ticketcorner den sogenannten Schweizerabend besuchen, den wir auch sonst immer gewählt haben. Was wir dort erlebten, lest und seht ihr gleich. Doch zuerst das gesamte Line-up des Festivals 2025:

Mittwoch 30. Juli
Ellis Mano Band
Ugly Kit Joe
Alice Cooper

Donnerstag 7. August
Mimiks
Montez
Kontra K

Donnerstag 31. Juli
Tom Gregory
James Bay
Rea Garvey

Freitag 8. August
H-Blockx
Nothing but Thieves
Biffy Clyro

Mittwoch 6. August
Ray Dalton
Joya Marleen
Nelly Furtado

Samstag 9. August
Picture this
Pegasus
James Blunt

Da fehlt noch ein Tag? Ja, genau, Freitag 2. August, der Schweizerabend, den wir, wie gesagt besuchen durften, folgt natürlich ausführlicher. Wir hatten das Glück, nicht nur drei Acts, sondern gleich vier Acts an einem Abend erleben zu dürfen und zwar:

Neben Hecht, die wir bereits 2022 auf der Bühne erleben durften und für das medizinische Wunder von Schaffhausen sorgten (Frontman, Stefan Buck, hatte aufgrund einer Erkältung seine Stimme verloren, aber diese auf wundersame Art und Weise zurück erhalten, da sich ein bekannter Hals-Nasen-Ohren-Spezialist, welcher schon Stars wie Madonna behandelt hatte, per Zufall im Publikum befand), freuten wir uns dieses Jahr vor allem auf Nemo und natürlich ganz besonders auf seinen ESC-Sieger-Hit The Code. Als bekennende ESC-Fans seit Jahrzehnten war für uns vom ersten Hören an klar, dass dies 2024 der Siegersong sein musste und deshalb waren wir bereit für Gänsehaut-pur. Ob Nemo uns live tatsächlich überzeugen konnte, lest ihr gleich.

Ob Regen oder Sonnenschein…

Nach drei wettertechnisch grandiosen Jahren (wir sprechen jetzt nur von unseren Konzerten) mit fast schon ZU warmen Temperaturen, durften wir diesmal die andere Seite kennen lernen. Nach einem sehr verregneten, kühlen Juli ging es auch nach dem Nationalfeiertag direkt so weiter. Morgens regnete es, doch die Wettervorhersage war mehr oder weniger optimistisch für den Abend. Ab 17 Uhr, pünktlich zum Konzertbeginn sollte es aufhellen. Und als wir in unsere bunten Pelerinen gehüllt in der Tanne auf den Einlass warteten, verzogen sich die Wolken tatsächlich und die Sonne kam durch. Was für eine Freude!

Es sollte jedoch nicht ganz so blieben. Bis nach 19 Uhr kam es immer wieder zu Regenschauern und Act 1 war beinahe durchwegs verregnet, was unserer guten Stimmung aber keinen Abbruch tat. Da wir uns nicht unbedingt als Outdoor-Menschen bezeichnen würden, waren wir doch ziemlich erstaunt, wie gut wir den Regen und die kühlen Temperaturen wegsteckten.

Linda Elys – Von der Talentstage auf die Mainstage

Den Anfang des Schweizerabends machte Linda Elys, die der eine oder andere möglicherweise aus dem TV-Format The Voice of Germany, wo sie es 2021 bis ins Finale geschafft hatte, kennt. Wer Lindas ehrliche authentische Musik hört, ist aber ziemlich froh, dass sie dort nicht den 1. Platz belegt hat, da sie dann wahrscheinlich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, sich auch als Komponistin zu entwickeln. Linda Elys Musikstil ist eine Mischung aus Pop- und Folk-Songs, sehr eingängig, sehr organisch. Dies allein ist aber nicht der Grund, warum sie einem so vertraut vorkommen. Ihre Singel House on Fire erreichte im März 2024 zum Beispiel Platz 1 in den Schweizer Airplay-Charts und sie wurde von Radio SRF 3 zum „Best Talent“ gekürt. Selbst, wer bis anhin nicht wusste, wer Linda Elys ist, kennt zumindest House of Fire vom Hören.

Während Linda Elys im Sommer 2024 noch auf der Talentstage auf dem Fronwagplatz ihre Songs zum Besten gab, darf sie 2025 bereits auf der Mainstage performen. Und die Bühne beherrscht sie fraglos. Mit schlichtem Outfit, Gitarre und ihrer unverwechselbaren Stimme, liess sie auch in Schaffhausen sie Sonne trotz Regenwetter scheinen. Zusammen mit ihrer dreiköpfigen Band sorgte sie für echte Wohlfühlstimmung. Wie schön, zu sehen, dass der Schweizer Musiknachwuchs mit so viel musikalischem Talent aufwartet.

Die Lovebugs lassen in Jugenderinnerungen schwelgen

Die Musik der eigenen Jugend, hat laut Wissenschaft eine heilende Wirkung. Der „Reminiszenz-Effekt“ beschreibt, wie Lieder aus dieser Zeit besonders nachhaltig Erinnerungen und Gefühle wecken können, was zu positiven Auswirkungen auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden führen kann. Kein Wunder also, freuten wir uns besonders auf die Lovebugs, die erst relativ kurzfristig als vierter Act dem Programm vom 2. August hinzugefügt wurden. Mit Songs wie Avalon, The Highest Hights oder Flavour of the Day waren sie in den 90er- und 2000er-Jahren omnipräsent. Auch wenn wir uns jetzt nicht wirklich als Fans bezeichnet hätten, mochten wir ihren von Britpop, Indie-Rock und Alternative-Elementen geprägten Sound und wir wurden nicht enttäuscht.
Frontman und Leadsänger Adrian Sieber bewies, dass er auch heute noch zusammen mit seiner Band die Bühne so richtig rocken kann. Die treibenden Gitarrenriffs und die hymnischen Refrains ihres so typischen Sounds begeistern noch immer, ebenso wie Adrians Sprüche, mit denen er das Publikum zum schmunzeln brachte:

De nögscht Song isch ganz es herzigs Lied… über Sex.
Adrian Sieber

Als Lovebugs ihren letzten Song ankündigten und dieser NICHT A Love Like Tides war, rutschte uns kurz das Herz in die Hose, denn keiner ihrer Songs hatte für uns einen so nostalgischen Wert wie dieser, der sogar Teil des Filmsoundtracks von Achtung, fertig, Charlie!, eines Schweizer Films von 2003, gewesen war. Doch das Publikum holte die Band mit frenetischen Zugabe-Rufen zurück auf die Bühne. Und nach einer Ballade kam dann noch noch unser Song an die Reihe, den wir lauthals mit sangen und uns für einen Moment in unsere Jugend zurück versetzt fühlten. Was für ein wunderbarer Moment!

Nemo – Das Ausnahmetalent mit Wurzeln und Flügeln

Seit 2024 ist Nemo nicht nur noch ein Fisch, der gefunden werden will. Nein,  Nemo schaffte das beinahe Unmögliche und holte den ESC zum ersten Mal nach 36 Jahren zurück in die Schweiz, ob man Nemos Musik mag oder nicht. Spätestens da kannte die ganze Schweiz, nein, ganz Europa, Nemo. Doch Nemo war schon davor in der Schweizer Musikszene tätig, allerdings in Schweizerdeutsch und mit Songs wie Kei Bock oder Himalaya, die auch schon ihren ganz eigenen Charme hatten. Allerdings ahnte damals noch keiner etwas von diesem Stimmumfang von 2,5 Oktaven, mit denen Nemo jeden Sopran in den Schatten stellt. Ja, Sopran, denn Nemo erreicht Höhen, von denen können die meisten Sängerinnen nur träumen, wie Nemo zum ersten Mal mit The Code, seinem Siegersong am ESC bewies. Nemos Musik ist experimentell und vereint verschiedene Musikgenres auf gekonnte Art und Weise. Doch wer glaubt, dass Nemo nach seinem Sieg das Experimentieren aufgibt, hat sich geschnitten.

Auch in Schaffhausen bewies die nonbinäre Künstlerperson, dass sie sich in keine Schublade stecken lässt. Mit einem clownesken Ganzkörperanzug mit schwarz-weissen Streifen, trug Nemo mit Sicherheit das auffälligste Bühnenkostüm (wobei Hecht auch nicht ohne war, zumindest für eine kurze Zeit) des Abends, dies aber so nonchalant, wie man es von einer Künstlerperson, die sich für niemanden verbiegt, erwarten darf.

Wir waren sehr gespannt auf Nemos Bühnenpräsenz und wurden nicht enttäuscht. Bereits der Eröffnungs-Song Eurostarter brachte das Publikum zum Jubeln. Nach einigen Schweizerdeutschen Songs folgten die bekannten und aktuellen Hits, wie Casanova, unser absoluter Favorit. Mit Believe von Cher, dem einzigen Coversong, sorgte Nemo für eine Überraschung, ebenso wie mit Frog Swamp, einem sehr experimentellen und unterhaltsamen neuen Stück. Und mit The Code schloss Nemo dieses absolut  grandiose Konzert.

Hecht bringen den Herrenacker erneut zum Beben

Hecht, die seit 2022 unser Lieblings-Live-Act sind, durften den Schweizerabend auch 2025 schliessen. Auch wenn wir von den drei voran gegangenen Acts bereits ziemlich kaputt waren, konnten wir Stefan Bucks Charme auch dieses Jahr nicht widerstehen. Denn natürlich waren wir Ready für die Liebi, wie auch das restliche Publikum. Die Energie dieser Band -und vor allem die des Frontmans- ist wirklich nicht von dieser Welt. Mit ihren Songs, von denen jeder einzelne ein Ohrwurm ist und mitgesungen werden muss, bringen sie wirklich jeden zum Tanzen.

Neben der wirklich grossartigen Songs, bei denen sich die neuen keineswegs hinter den älteren verstecken müssen, begeistert diese Band auch immer wieder mit speziellen Showeinlagen. So surfte Stefan Buck erneut auf dem Publikum, ein Stunt, der seine Premiere am Stars in Town 2022 feierte. Dann tanzten die Bandmitglieder in Yeti-Fellen, verlegten die Bühne spontan ins Publikum, oder liessen die Zuschauer Rundtänze vollführen. Und natürlich durften die grossen Bälle beim.Finale nicht fehlen, ebenso wenig wie der Konfettiregen, der diesmal sogar rote Herzen beinhaltete. 

Besonders berührend ist auch immer wieder Stefan Bucks Umgang mit den grossen und kleinen Fans. Diesmal waren wir live mit dabei, als er seinen „Lieblingsfan“ ansprach, um endlich seinen Namen zu erfahren. Markus, der bereits 30 Hecht-Konzerte besucht hatte, freute sich natürlich über diese Wertschätzung.

Mis Hirni hät eifach dini Chopfform so iprägt.
Stefan Buck

Unser Highlight des Abends war definitiv der neue Song Mon amour, der nun seit gut einer Woche in unseren Köpfen feststeckt und uns am Schlafen hindert. Und natürlich freuen wir uns jedes Mal, wenn er im Radio gespielt wird. Hecht ist und bleibt einfach ein echter Hitgarant und live unschlagbar.

Als wir um 00.15 Uhr dann  mehr kriechend als aufrecht unseren Heimweg antraten, waren wir voller Freude. 6.5 Stunden Konzert (inkl. Pausen natürlich) sind schon nicht ohne. Dennoch wollten wir diesen Abend auch diesmal nicht missen.


Danke an Ticketcorner für die Möglichkeit, den Schweizerabend zu erleben. Wir hatten unglaublich Spass!


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