STARS IN TOWN hielt die Stadt Schaffhausen auch 2023 (mit Aufbauzeit) gut drei Wochen in Atem. Mit diesmal sieben Veranstaltungsabenden verteilt auf zwei Wochen (2. – 5. August und 10. -12. August), der grossen Main Stage auf dem Herrenacker, der kleineren Talent Stage, diversen Foodtrucks und Bars auf den Fronwagplatz, Deko und Familienprogramm etc. kam man nicht drum herum in Festivalstimmung zu kommen. Für jeden Geschmack war etwas dabei, wobei die Toten Hosen definitiv für am meisten Begeisterung sorgten.
Für uns war klar, dass wir den Festivalabschluss am 12. August besuchen wollten. Mit Bastian Baker, Adel Tawil und Bligg standen drei Acts auf der Bühne, die wir musikalisch bewundern und einen für uns tollen Konzertabend versprachen.
Während in Zürich hunderttausende auf den Street Parade Aftershow Parties feierten, fanden wir uns auf dem Herrenacker für den letzten Festivalabend von Stars in Town in Schaffhausen ein und gingen schwer davon aus, dass es nicht ganz so viel Publikum geben würde, wie an den anderen Abenden. Aber weit gefehlt. Auch am zweiten Samstag füllte sich der Platz vor der Bühne innerhalb kürzester Zeit und bei Showbeginn um 18 Uhr war er voll und alle schauten gebannt zur Bühne.
Bastian Baker – Der Lausanner Frauenschwarm erfüllt Fanwünsche

Erster Act des Abends war Wiederholungstäter, Bastian Baker, der bereits zum 4. Mal die Schaffhauser Bühne rockte. Und wie er rockte! Mit schwarzer Lederjacke, dunklen Jeans, schwarzem Tanktop und natürlich Gitarre liess er die Herzen der Damen (und ja, vielleicht auch einiger Herren) höher schlagen. Dass er zu einem der Favoriten des Abends gehörte, war deutlich zu spüren. Mit seinem jungenhaften Charme und seiner endlosen Energie wirbelte er über die Bühne und erfüllte sogar den Wunsch einer jungen Dame in der ersten Reihe. Seit dem ersten Song, hielt sie ein Plakat in die Höhe mit der Bitte, mit ihm zusammen seinen Hit „Dancing without you“ singen zu dürfen. Mit Sicherheit war dies ein unvergesslicher Augenblick für sie und Beweis für die Fannähe dieses Schweizer Musikers.
Zu hören gab es einen bunten Strauss seiner Hits, die seine Fans natürlich allesamt auswendig mitsingen konnten. Bei uns war dies nicht der Fall, obwohl wir ihn im Circus Knie schon sicher drei Mal erlebt hatten. Es war das erste Mal, dass wir ihn auf einer Bühne und nicht in der Manege sahen und wir können sagen, dass er an beiden Orten eine gute Figur macht, weil er wirklich zu lieben scheint, was er tut.



Adel Tawil – Der Sänger mit der Samtstimme bewegt die Massen

Würde Adel Tawil eine neue Religion gründen: Wir wären dabei. Das steht fest. Bei Adel Tawil spielen Stimme, Ausstrahlung, Text und Musik auf eine magische Weise zusammen, was eine ungeheure Sogwirkung hat. Bereits zu Ich + Ich- Zeiten lebten die Songs von seiner Stimme und ihren Wiedererkennungswert, ebenso wie von den eingängigen Melodien und den Texten, die niemals kitschig waren, sondern stets sehr direkt ins Herz trafen, weil jeder sich mit den besungenen Gefühlslagen identifizieren konnte. Als Solokünstler knüpft er nahtlos an und beschenkt sein Publikum weiter mit Songs, die wie eine kleine Therapie wirken, da sie uns sagen: „Ja, ich verstehe dich!“
Überraschender war dann sein Sommerhit „Fata Morgana“, der mit tunesischen Rhythmen direkt zum Tanzen einlud, was auch gerne angenommen wurde.
Zu unseren Highlights zählten definitiv „Ist da jemand“ und „Vom selben Stern“. Bei letzterem bahnte er sich einen Weg durch die Menge, zeigte sich menschlich und nahbar und liess einzelne Personen am Mikrofon mitsingen, was eine beinahe hypnotische Stimmung erzeugte.
Wenn ein Künstler weiss, wie ein grosser, nachhaltiger Auftritt funktioniert, dann auf jeden Fall Adel Tawil. Nach seinem Konzert schwebten wir auf einer Wolke aus Liebe.



Bligg – Der harte Kerl mit dem weichen Kern besitzt das Rezept für Hits

Wenn man ehrlich ist, stammt gefühlt jeder Schweizer Ohrwurm der vergangenen 20 Jahre aus Bliggs Feder. Ob „Musigg i dä Schwiiz“, „Legendä ud Heldä“, „Chef“ oder natürlich „Manhatten“ und „Rosalie“, jeder kennt sie, jeder liebt sie. Und natürlich performte Bligg auch an diesem Abend sämtliche seiner Hits inklusive des etwas ruhigeren „Sorry Mama“, einer Entschuldigung an Mutter Erde.
Bligg ist ein absoluter Stimmungs-Garant und manch ein Sänger hätte es nach Adel Tawils Wahnsinns-Auftritt wirklich schwer gehabt, einen Fuss auf den Boden zu bringen. Aber Bligg hätte es in der Musikindustrie kaum soweit geschafft, wenn er neben seinem musikalischen Genie nicht zusätzlich diese Fähigkeit besitzen würde: wenn er auf der Bühne steht, geht die Post ab, was nicht zuletzt an seiner unglaublichen Energie liegt, die sehr direkt und maskulin ist.
Da können die Texte wie bei „Börn Baby“ auch mal etwas unter die Gürtellinie gehen (ja, wie gesagt, er ist direkt und nennt alles beim Namen), seinem Charme kann einfach niemand widerstehen und so singt man begeistert alles mit, was man kennt, was erstaunlich viel ist, selbst wenn man sich bisher nicht vertieft mit seinen Texten befasst hat.
Auch wenn Rapp nicht direkt zur Schweizer Kultur gehören mag, wirkt die Musik so ur-schweizerisch, dass man sich bei „Rosalie“ oder „Legändä und Heldä“ direkt patriotisch fühlt. Ein wirklich erstaunliches Phänomen.
Mit dabei war auch Newcomer, Aaron Asteria, der seit kurzem bei Bliggs Label DreamStar Entertainment unter Vertrag ist und von Bligg die Unterstützung erhält, die er selbst in jungen Jahren missen musste. Aaron performte „Jungle Lake“, seine Solosingle und zusammen mit Bligg „I’d kill for you“, wo er seine gewaltige Stimme hören liess. Für Gänsehautstimmung sorgte dann auch „Milchstrass„, Bliggs neuester Song feat. Aaron Asteria, welche erst am 11.08. erschienen ist. Ein Auftritt, der sicher unvergessen bleiben wird.



Ja, Stars in Town hat einen ganz eigenen Charme, dem man sich nicht entziehen kann und bei den Künstlern ebenso beliebt ist, wie beim Publikum.
Die Daten für 2024 stehen auch bereits fest: 31.07. – 10.08. Und unter diesem Link habt ihr die Möglichkeit, eure Wunsch-Künstler anzugeben.





























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