Art on Ice ist eine feste Instanz im Schweizer Veranstaltungskalender und gilt weltweit als führender Event seiner Art. Die Eiskunstlauf-Gale ist eine Symbiose aus hochkarätigem Eiskunstlauf und Konzert, wobei oberste Priorität ist, dem treuen Publikum aus beiden Bereichen nur die Besten der Besten zu präsentieren. Neben Schweizer Musikern, darf man sich deshalb auch immer auf internationale Stars freuen und auf dem Eis erlebt man die weltbesten Sportler.
Dieses Jahr gehört auf jeden Fall Dave Stewart von Eurythmics zu den ganz grossen Namen. Aber auch Natalia Imbruglia ist keine Unbekannte und natürlich darf man sich auch auf die Schweizer Künstler Marc Storace, Remo Forrer und Jizelle freuen.
Auf dem Eis staunen wir unter anderem über das Trendsetter-Eistanzpaar und mehrfache Welt- und Europameister, Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron, aber auch Kimmy Repond, unsere Schweizer Eiskunstlauf-Hoffnung macht sich die Ehre.
Bunte Lichter spiegeln sich auf der Eisfläche im Hallenstadion. Die Luft ist kühl und die Ränge füllen sich mit Eiskunstlauf- aber auch Musikliebhabern, denn es ist wieder so weit: Art on Ice ist zurück und auch 2024 mit einem grandiosen Programm. Diesmal verschmelzen die Grenzen zwischen Mensch und Technologie und Ava, eine fiktive KI leitet das Publikum durch den Abend, teilt ihr Wissen über die Künstler mit dem Publikum und erkundet auf spielerische Art und Weise die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Technologie. Eine sehr spannende Idee der Art on Ice-Macher, muss man zugeben.
Ebenfalls als eine Art „roten Faden“, vor allem in der ersteh Hälfte der Show, könnte man die neu interpretierten Songs, von der im letzten Jahr verstorbenen Rock-Legende, Tina Turner, bezeichnen, die Remo Forrer, Jizabell und Krokus-Sänger Marc Storace in diesem Programm zum Besten geben und ihr damit ein würdiges Andenken setzen. Dass ihre unvergessenen Welthits noch immer starke Emotionen in den Menschen wecken, kann man deutlich spüren.
Dass Art on Ice neben den grossen Namen, auch ein wirklich sagenhaftes Ensemble von Tänzern und Eiskunstläufern hat, zeigt sich bereits bei der Eröffnungsnummer Relax. Neben dem Duo Dilya & Conçalo, zwei Akrobatik-Turnern, begeistert hier vor allem die energiegeladene und sehr futuristische Choreographie und Symbiose zwischen Eisläufern und Nicht-Eisläufern sowie die frei über das Eis bewegliche Bühne.
Unser persönliches, musikalisches Highlight war fraglos Remo Forrer. Als VoS-Gewinner und Schweizer-Kandidat am ESC 2023 ist er sowohl national als auch international bekannt, was vor allem seiner beeindruckenden Stimme und seinem sympathischen Wesen geschuldet ist. Und auch live konnte er uns auf ganzer Linie überzeugen. Mit einem kurzen Showblock von drei Songs und zwei zusätzlichen Nummern im weiteren Verlauf des Abends, zeigte er aufs Beste, welche Energie Musik und Eiskunstlauf zusammen freisetzen können. Besonders in Erinnerung bleibt, wird Water Gun, sein ESC-Song, der vom amtierenden Europameister, Adam Siao Him Fa interpretiert wurde. Die energiegeladene Choreographie, die perfekt zu Remo Forrers kraftvollen Stimme passte, fesselte das Publikum, weshalb es auch die eine kleine Unsauberkeit bei der Landung nach einem Dreifach-Sprung (ob das jetzt ein Rittberger oder ein anderer war, können wir leider nicht sagen) verzeihen konnte.

Im nächsten Block durften dann die 90er-Kids nostalgisch werden. Natalie Imbruglia gab sich die Ehre und präsentierte im regenbogenfarbenen Paillettenkleid vier Songs, wobei Torn den Abschluss bildete, das vom einzigartigen Jason Brown aufs Eis gebracht wurde. Mit seiner unvergleichlichen Eleganz, die sie sich wirklich bis in die Fingerspitzen fortsetzt und seinem einzigartigen, sehr tänzerischen Stil begeistert er nicht nur seit Jahren international in Wettkämpfen, sondern auch das Art on Ice– Publikum nachhaltig. Erfolg im Eiskunstlauf begründet ganz klar auf einer sauberen Technik und dem beherrschen diverser erforderlichen Figuren und Sprüngen (und diese so leicht und mühelos), aber die Ausdruckskraft ist ebenso wichtig und von der hat Jason Brown eine Menge.
Aber auch die amtierenden französische Eistanz-Olympiasieger, fünffachen Weltmeister und fünffachen Europameister, Gabriella Papadakis & Guillaume Cizeron gehörten zu den Highlights des Abends und das nicht nur während Natalie Imbruglias Big Mistake, wobei diese Nummer schon einen besonderen Zauber hat. Bei den beiden kann man durchaus von It-Eislaufpaar sprechen, denn sie bringen alles mit, was es braucht, um die Szene langfristig zu dominieren und noch ein bisschen mehr. Besonders beeindruckt die Harmonie der beiden auf dem Eis, aber auch ihre Leidenschaft und Originalität. Und nicht zu Letzt punkten sie natürlich auch mit ihrer unübersehbaren Attraktivität.

Die Rock-Fans kamen dann bei Marc Storace auf ihre Kosten. Der ehemalige Krokus-Sänger präsentierte einen Show-Block mit drei absoluten Highlight-Nummern, die seine unverwechselbare Stimme perfekt zum Ausdruck und das Art on Ice-Publikum zum Jubeln brachten. Bei Born to Be Wild durfte der 25-jährige Schweizer, Lukas Britschgi, sein Können mit einer wilden, aufregenden Choreographie unter Beweis stellen, während die grossartigen Turbo Twins ihre Sprünge zeigten und so richtig für Action sorgten. Als wäre es nicht schon genug, schürte Art on Ice-Skater, Clément Pinel noch weiter das Feuer, indem er seine Fertigkeiten als Feuerschlucker demonstrierte. Eis und Feuer ist eine wahrhaft legendäre Mischung.
Nicht minder aufregend ging es beim Proud Mary/Nutbush City Limits-Medley weiter. bunte Kostüme, bunte Lichter, lebendige Choreografien und Marc Storace auf der „fahrenden“ Bühne. Was für ein Aufsteller! Unterstützend war Art on Ice-Sängerin, Jizelle Kohler mit an Bord, die dann bald mit ihrem eigenen Medley aus Private Dancer und Golden Eye die Stimmung noch einmal richtig zum Kochen brachte, indem sie sämtliche männliche Art on Ice-Skater und Art on Ice-Dancer mit nacktem Oberkörper um sich versammelte, was ein wenig Boléro-Feeling in uns auslöste (siehe hier), bevor sie das Publikum in die Pause entliess.
Doch zuerst war noch Ilia Malinin mit Steamy Widow an der Reihe. Seinen Zunamen „Quad God“ (Vierfach-Gott) hat er sich wahrlich verdient, als er im vergangenen Jahr Eiskunstlaufgeschichte schrieb und als erste Person überhaupt in einem Wettbewerb einen Vierfach-Axel erfolgreich stand. Und auch bei Art on Ice enttäuschte er sein Publikum nicht. Energiegeladene Sprünge und Drehungen, komplizierte Abfolgen und eine perfekte Haltung und diese unglaubliche, Ausstrahlung. Da hat jemand fraglos eine grosse Zukunft vor sich.

Nach der Pause hatten die Art on Ice Young Talents ihren grossen Auftritt zu Remo Forrers Everything. Im November 2023 fand ein Casting statt, unterstütz durch die AxA Schweiz, bei dem vier Schweizer Nachwuchstalente gekürt wurden, die dann mit Art on Ice auf Tour gehen sollten. Zu sehen kriegten wir dann allerdings nur drei davon, nämlich Leandra Tzimpoukakis, Olivia Bacsa und Ean Weiler, die ihre Chance nutzten und zeigten, auf was man sich in der Schweizer Eislauf-Zukunft freuen kann. Ein grosses Bravo an den Nachwuchs und an Art on Ice für diese tolle Möglichkeit!

Die zweite Hälfte des Abends gehörte dann aber Dave Stewart von Eurythmics und das vollumfänglich. Alles andere war Beiwerk. Dies mag für die Musik-Fans passen, denn es ist wirklich eine grosse Sache, so eine Legende für eine Show zu kriegen, aber dennoch fanden wir die Balance zwischen Musik und Eiskunstlauf in der ersten Hälfte etwas ausgewogener. Alle wichtigen Songs von Here Comes The Rain, über There Must Be An Angel und Miracle of Love bis hinzu Sweet Dreams waren dabei und die Stimmung war gigantisch. Aber die Eiskunstläufer gerieten dennoch etwas in den Hintergrund, vor allem, da er auch noch weitere Sängerinnen mit dabei hatte, wie z.B. Vanessa Amorosi, die ja auch eine gewisse Bekanntheit hat.

Dennoch war Art on Ice 2024 ein grandioser Event und ein Muss für Musik- und Eiskunstlauf-Fans. Für uns war es das erste Mal und wir sind ziemlich sicher, dass wir uns Tickets für 2025 besorgen werden, da es einen ganz eigenen Zauber hat. Wow!
Die wunderschönen Fotos (also nur die mit guter Qualität) sind übrigens von David Biedert, der die offiziellen Bilder für Art on Ice gemacht hat.
Songliste und Künstler
Remo Forrer
Heaven or Hell – Loena Hendrickx
Water Gun – Adam Siao Him Fa
Iris – Angela Kim, Art on Ice Skaters & Dancers
We Don’t Need Another Hero – Alexa Knierim & Brandon Frazier
Everything - Art on Ice New Talents, Art on Ice Skaters
Natalie Imbruglia
Shiver – Alexia Paganini, Jérémie Flemin
Firebird – Art on Ice Skaters & Dancers
Big Mistake – Gabriella Papadakis & Guillaume Cizeron
Torn – Jason Brown, Art on Ice Skaters & Dancers
Marc Storace
Born to Be Wild – Lukas Britschgi, Turbo Twins, Clément Pinel
Proud Mary / Nutbush City Limits + Jizelle Kohler – Art on Ice Skaters & Dancers
Steamy Widows – Ilia Malinin
When a Man Loves a Woman – Deanna Stella-Dudek & Maxime Deschamps
Jizelle
Private Dancer / Golden Eye – Adam Siao Him Fa, Jason Brown, Brandon Frazier, Lukas Britschgi, Duo Dilya & Conçalo, Turbo Twins, Art on Ice Skaters & Dancers
Missing you – Duo Dilya & Conçalo
Dave Stewart of Eurythmics
Missionary Man – Holly Quin-Ankrah, Ilia Malinin, Art on Ice Skaters & Dancers
Who’s That Girl + Vanessa Amorosi – Loena Hendrickx, Art on Ice Skaters
Here Comes The Rain Again + Vanessa Amorosi – Alexa Knierim & Brandon Frazier, Art on Ice Skaters & Dancers
There Must Be An Angel – Holly Quin-Ankrah, Kimmy Repond, Angela Kim, Art on Ice Skaters
Miracle Of Love – Holly Quin-Ankrah, Gabriella Papadakis & Guillaume Cizeron
Sisters Are Doin it for Themselves + Vanessa Amorosi – Holly Quin-Ankrah, All Female Skaters & Dancers
Yould I Lie To You + Vanessa Amorosi – Adam Siao Him Fa, Jason Brown
Sweet Dreams + Vanessa Amorosi – Holly Quin-Ankrah, Star Skaters, Turbo Twins, Duo Dilya & Conçalo, Angela Kim, Art on Ice Skaters & Dancers
Band
DJ Flink (Percussion / DJ), Cyrill Camenzind (Musical Supervisor), Dimitri Sebastian Kindle (Keys), Massimo Buonanno (Drums), Marco Blöchlinger (Bass), Christian Muzik (Guitar), Jizelle Kohler (Backing Vocal), Micha Dettwyler (Backing Vocal)
Art on Ice Skaters
Nobahar Dadui, Sofia Sforza, Angelina Kuchvalska, Anastassia Smolenski, Clément Pinel, Luca Demattè, Philipp Warren, Jérémie Flemin, Jonathan Guerreiro, Tiffany Zahorski
Art on Ice Dancers
Karly Bon, DuJuan Smart Jr., Kae Kae Lee, Yasmin Harrison, Lakota Knuckle, McKinley Knuckle, Faye Bertschinger, Gloria Gort, Jovana Golubovic, Miyu Takeshima-Woll































